Wandel

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Vor circa 15 Jahren entschließe ich mich die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen und erkundige mich telefonisch beim zuständigen Amt bezüglich der notwendigen Unterlagen und vereinbare einen Termin zum Informationsgespräch. Deutschland ist das Land, in dem ich geboren bin und mein bisheriges Leben verbrachte und weiterhin verbringen will. Eine reine, wenn auch kostspielige Formalität zur damaligen Zeit, die mich mit Aus- und Einbürgerung und allem drumherum einen Betrag im unteren vierstelligen Bereich kosten wird. … Aber, erst einmal der Reihe nach.

Mit all den Unterlagen erscheine ich pünktlich zum Gespräch. Meine Gesprächspartnerin erklärt mir kühl und trocken den Ablauf und geht grob meine Papiere durch. Ganz oben liegt mein noch relativ frischer Magisterabschluss im Fach Turkologie und dem zweiten Hauptfach Strafrecht. Die Dame schaut auf die Urkunde der Universität der Stadt, in der ich eingebürgert werden möchte und zieht die Augenbrauen hoch.

„Also warum man so etwas studiert, verstehe ich wirklich nicht!“, kommentiert sie missbilligend.

Was ich nicht verstehe ist dieser völlig überflüssige Kommentar zu meinem mit ’sehr gut‘ bewerteten Universitätsabschluss. Unkommentiert lasse ich diese Aussage im Raum stehen. Vielleicht hat die Dame einfach nur einen schlechten Tag. Dies würde nicht nur ihren Kommentar zu meinem Studienabschluss erklären, sondern auch ihr gesamtes Verhalten, das grundsätzlich zu wünschen übriglässt.

Ich möchte nicht! 

Als es darum geht, dass zur Einbürgerung ein Test absolviert werden muss, wage ich doch tatsächlich einen Kommentar, der ebenfalls missbilligend aufgenommen wird. Auf mein „Ich gehe davon aus, dass ich den Test bestehen werde.“ Erhalte ich ein: „Also wissen Sie, nur weil Sie hier geboren und zur Schule gegangen sind und so ein Studium hier haben, bedeutet das noch lange nicht, dass Sie diesen Test bestehen werden.“ Rein faktisch gesehen hat die Amtsdame nicht unrecht. Das ich in Deutschland geboren, Bildungsinländerin und sogar Hochschulabsolventin bin, ist kein Garant dafür, einen Einbürgerungstest zu bestehen. Ob der Ton zu der Aussage angemessen ist kommentiere ich ebenfalls nicht.

Zum Abschluss, als mir alle meine Unterlagen wieder üben den Schreibtisch gereicht werden, teilt mir die Dame – immer noch in einem fraglichen Ton – mit, dass ich es mir nun zu Hause überlegen kann, ob ich die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen möchte oder nicht! Mein Entschluss steht nach dem Gespräch fest: Ich möchte nicht! Nachdem ich meine Unterlagen in meine Tasche packe, wende ich mich zu meiner Gesprächspartnerin und teile ruhigen Gemütes meine Entscheidung mit: „Wissen Sie, für mich repräsentieren Sie in dieser wichtigen Position gerade Deutschland. Einem Deutschland, das derartig repräsentiert wird, möchte ich nicht angehören.“ Meine Gesprächspartnerin versucht ihr Erstaunen zu verbergen. Es gelingt ihr nicht. Kopfschüttelnd verlasse ich das Gespräch und wundere mich, warum Menschen auf Positionen sitzen, die sie anscheinend nicht bekleiden können.

Nur kurze Zeit später erzählt mir ein Freund von seinem Informationsgespräch beim Einbürgerungsamt. Auch da ist es nicht besser gelaufen und sein Gesprächspartner stellte wohl ebenfalls die Frage, was man mit so einem Soziologiestudium wohl erreichen wolle. „Wir werden sehen“, antwortete der Freund. „Vielleicht werde ich eines Tages mal ihr Vorgesetzter.“

Was wäre also anders mit einer deutschen Staatsbürgerschaft?

Etwa zehn Jahre später erreicht mich ein Schreiben des Ersten Bürgermeisters der Stadt, damals noch Olaf Scholz, und ich traue meinen Augen nicht. Das Anschreiben ist Teil der Einbürgerungskampagne und ich werde aufgefordert über die deutsche Staatsbürgerschaft nachzudenken. Es werden mir die Vorteile der neuen Staatsbürgerschaft aufgezählt, kurz der Ablauf erklärt und darüber berichtet, dass die Bürokratie zur Einbürgerung verschlankt wurde.

Das Schreiben stimmt mich nachdenklich. So schön alles auch klingen mag, und ein Wandel deutlich wird, frage ich mich, ob sich dieser Wandel auch in der Gesellschaft zeigt.

Was wäre anders mit einer deutschen Staatsbürgerschaft?

Ja, ich könnte wesentlich entspannter Reisen und würde mir die sonst für mich üblichen Prozeduren bei der Einreise nach Deutschland ersparen. Ja, ich könnte wählen, aber würde ich dies auch tun, wenn ich die deutsche Staatsbürgerschaft hätte? Ja, ich könnte ein Teil von Deutschland sein mit all meinen Rechten und Pflichten, aber war ich das nicht auch schon mit meiner Niederlassungserlaubnis? Ja, ich könnte Deutsche sein, aber – sofern ich meinem Namen nicht ändere – würde ich immer noch Serap Yıldırım heißen und so aussehen, wie eben eine Türkin in den Augen eines Deutschen aussieht.

Was wäre also anders mit einer deutschen Staatsbürgerschaft?

Würde ich ab sofort nicht mehr hören, dass ich gutes Deutsch spreche? Würde ich ab sofort nicht mehr hören, dass ich ganz ohne Kopftuch durchs Leben gehe? Würde ich ab sofort bei Arbeitgebern „ins Team passen“, weil ich jetzt die richtige Staatsbürgerschaft besitze? Würde ich ab sofort sogar die Möglichkeit bekommen, eine Führungsposition zu bekleiden, weil sich ein Team mit mir als Deutsche nun leiten und führen lassen würde?

Fragen über Fragen. Die Antwort darauf finde ich weder in dem Brief des Bürgermeisters, noch in mir selbst. Das Anschreiben hefte ich im Ordner ab. Wann bekommt man schon einen Brief vom Bürgermeister? Auch wenn es ein Serienbrief ist, besitzt er einen besonderen Wert.

Aber, woher hätte ich den wissen können …?

Weitere vier Jahre vergehen und ich entschließe mich erneut, der Einbürgerung in diesem Land eine Chance zu geben. Zum verpflichtenden persönlichen Erstgespräch erscheine ich pünktlich. Ein Mitarbeiter der Einbürgerungsabteilung informiert mich sehr gründlich über den komplexen und langen Ablauf. Jeder einzelne Schritt im Einbürgerungsprozess wird präzise dargestellt. Es ist ein wertschätzendes Gespräch auf Augenhöhe. Zum Abschluss bittet mich mein Gesprächspartner, mir zu Hause zu überlegen, ob ich die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen möchte, falls ja, möge ich mich bitte wieder melden. Mein Entschluss steht nach dem Gespräch fest: Ich möchte! Meine Entscheidung sofort mitteilend, erhalte ich gleich einen Termin bei der zuständigen Bearbeiterin. Mein Gesprächspartner dankt mir sogar für die Bereitschaft die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Verwundert verlasse ich das Gespräch und kann kaum glauben, was für ein Kontrastprogramm ich im Vergleich zum Erstgespräch von vor circa 15 Jahre erlebte.

Ein langer Prozess beginnt nach dem Termin bei der zuständigen Bearbeiterin meiner Einbürgerung. Auch in diesem Gespräch bedankt man sich für meine Bereitschaft die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Mich berührt das alles so sehr, dass ich schon ein schlechtes Gewissen bekomme, dass ich mir nach dem Schreiben des Bürgermeisters über vier Jahre Zeit lies. Aber, woher hätte ich den wissen können …? Meine bisherige Erfahrung zeigte etwas anderes … und ich lerne, dass nichts beständig ist. Alles besitzt ein Potential zum Wandel. Nicht nur eine Behörde mit ihren Prozeduren und Verhaltensweisen, sondern auch meine Gedanken.

Schlappe 255 Euro zahle ich für die Bearbeitung meines Antrages auf Staatsbürgerschaft. Ein Schnäppchen, zum Vergleich zu damals. Mit meiner Unterschrift bekenne ich mich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes. Auch willige ich ein, dass das Einbürgerungsamt im Zuge meines Antrages alle zuständigen Behörden kontaktieren und Auskünfte über mich einholen kann. Einen Einbürgerungstest gibt es nicht mehr. Zumindest für Bildungsinländer wie mich. Mehrere Monate später erhalte ich eine Einbürgerungszusicherung, solange ich mich innerhalb der nächsten zwei Jahre von meiner türkischen Staatsbürgerschaft trenne. Mit dieser Zusicherung beantrage ich beim türkischen Generalkonsulat meine Ausbürgerung. Nach mehreren Monaten an Wartezeit wird Sie mir zugesichert. Mit der Entlassungszusicherung in der Tasche erhalte ich einen Termin beim Einbürgerungsamt zur Aushändigung der Einbürgerungsurkunde. Zu diesem feierlichen Akt, erscheine ich in Sonntagskleidung.

So herzerfrischend stellte ich mir die Einbürgerung nicht vor.

Da meine zuständige Beraterin an dem Tag erkrankt ist, springt ein Kollege für sie ein. Dieser scheint ganz neu zu sein und es ist herrlich mit anzusehen, wie er immer wieder auf seinen Zettel schaut, um sich den Prozessablauf vor Augen zu führen. Alles läuft so wunderbar preußisch geordnet ab, so wie ich es liebe. Nachdem wir die ersten Formalien hinter uns bringen, informiert mich der Sachbearbeiter über den nächsten Schritt:

„Frau Yıldırım, gleich überreiche ich Ihnen Ihre Einbürgerungsurkunde. Dafür möchte ich Sie bitte aufzustehen.“

Beide erheben wir uns von unseren Stühlen. Als mir feierlich meine Einbürgerungsurkunde überreicht wird, sehe ich wie der Sachbearbeiter errötet. Er scheint noch keine Routine zu haben, aber das macht rein gar nichts, denn ich bin auch nicht routiniert in der Annahme von Einbürgerungsurkunden. Auch ich erröte und nach der feierlichen Übergabe, dürfen wir beide – laut Protokoll – wieder Platz nehmen. Da ich mich entschließe, an der Einbürgerungsfeier im Rathaus teilzunehmen und mich dafür entscheide, meine Urkunde vom Bürgermeister persönlich überreicht zu bekommen, muss ich sie wieder abgeben. Stattdessen erhalte ich einen Staatsangehörigkeitsausweis für den Zwischenzeitraum. Als ich nach dem Abschied später in der S-Bahn sitze schmunzle ich noch ganz lange vor mich hin. So herzerfrischend stellte ich mir die Einbürgerung nicht vor.

Schon zwei Wochen später erreicht mich die Einladung zur Einbürgerungsfeier im Rathaus. Es gibt nur eine Person mit der ich dieses besondere Ereignis teilen möchte: Meine langjährige Freundin aus Redaktionszeiten. Gemeinsam im Rathaus werden wir vorerst voneinander getrennt. Während die frisch gebackenen deutschen Staatsbürger in einem separaten Raum das Protokoll durchgehen, dürfen die Gäste der Urkundenempfänger bereits im imposanten Saal des Rathauses Platz nehmen. Alles ist perfekt geplant und durchgetaktet.

Nach einer wunderbaren Eröffnung durch den Kinderchor, sehen sich die geladenen Gäste gemeinsam einen Einbürgerungsfilm an. Das Motto lautet: „Hamburg. Mein Hafen. Deutschland. Mein Zuhause.“ In seiner anschließenden Rede unterstreicht der Erste Bürgermeister, Dr. Peter Tschentscher, die Wichtigkeit des Wirtschaftsraums Hamburg. Das ‚Tor zur Welt‘ ermöglicht nicht nur die Öffnung nach außen, sondern auch eine offene Tür zur Freien und Hansestadt Hamburg. Dies führt neben dem wirtschaftlichen Faktor auch dazu, dass hier „unterschiedliche Kulturen und Religionen gelebt werden, die sich gegenseitig respektieren müssen und als Bereicherung empfunden werden sollten.“

Der Bürgermeister lächelt mir (…) entgegen (…), während ich ihn wie ein Honigkuchenpferd angrinse …

Weiter geht es mit der feierlichen Übergabe der Urkunden. Die Urkundenempfänger, die alle in den ersten Reihen Platz genommen haben, werden nach und nach aufgerufen, um ihre Einbürgerungsurkunden auf der Bühne vom Bürgermeister persönlich zu empfangen.

„Wir freuen uns über die Einbürgerung von Herrn Z aus Bosnien-Herzegowina“, heißt es. Herr Z betritt unter Applaus die Bühne und nimmt seine Urkunde entgegen.

„Frau P ist aus Großbritannien eingebürgert worden. Herzlich Willkommen“. Die ehemalige Britin betritt ebenfalls unter Applaus die Bühne, schüttelt dem Bürgermeister die Hand und nimmt ihre Urkunde in Empfang.

„Frau Serap Yıldırım, schön dass Sie aus der Türkei zu uns gekommen sind.“

Begleitet von dem Applaus, der meiner Einbürgerung gilt, begebe ich mich Richtung Bühne. Der Bürgermeister lächelt mir mit der typisch hanseatischen Freundlichkeit entgegen und reicht mir seine Hand, während ich ihn wie ein Honigkuchenpferd angrinse, als ich seine Hand schüttle.

„Frau Yıldırım.“

„Herr Bürgermeister.“

Gemeinsam blicken wir auf meine Urkunde.

„In Duisburg geboren und nun hier eingebürgert.“

„Ja. Es wurde wirklich Zeit!“

„Glückwunsch!“

„Danke Herr Bürgermeister!“

Mit meiner Urkunde in der Hand, reihe ich mich zu den anderen auf der Bühne ein und grinse immer noch von einem Ohr zum anderen. Warum auch nicht? Dies ist ein besonderer Moment in meinem Leben. Von der Bühne aus, blicke ich in den vollen Saal und auf ein Stück Deutschland, welches ich in dieser Form noch nicht erleben durfte. Da sitzen sie nun, die Kenianer, Italiener, Briten, Türken, Polen, Franzosen, Inder, … und repräsentieren mit all ihrer Vielfalt nicht nur ein Stück Hamburg, sondern ein Stück Deutschland. Nach der Übergabe der Urkunden, singen alle frischgebackenen deutschen Staatsbürger und ihre Gäste gemeinsam die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland. Meine deutsche Freundin, mit der ich dieses besondere Ereignis teilen durfte, findet anschließend das passende Wort für diese bedeutende Veranstaltung: Bewegend!

Die Offenheit auf beiden Seiten vollzieht sich leider nicht immer zeitlich parallel. 

Bewegend auch das persönliche Anschreiben des Ersten Bürgermeisters, Dr. Peter Tschentscher, circa drei Monate nach meiner Einbürgerung. Alleine das nicht nur in diesem Schreiben, sondern im gesamten Prozessverlauf Augenmerk auf die korrekte Schreibweise meines Nachnamens gelegt wurde, zeugt von Wertschätzung. Aus Mangel an dem Buchstaben „ı“ auf der deutschen Tastatur wurde mein Nachname stets mit Großbuchstaben und somit korrekt ausgeschrieben. In dem Schreiben gratuliert der Bürgermeister mir nochmals schriftlich zur deutschen Staatsbürgerschaft, macht deutlich, dass dies nicht nur eine Formalie bedeutet, sondern mit all den staatsbürgerschaftlichen Rechten und Pflichten verknüpft ist. Er freut sich über das Bekenntnis, welches so deutlich gezeigt wird und wünscht mir für die Zukunft alles Gute.

Auch nach meinem Staatsbürgerschaftswechsel, bin ich nicht gefeit von Aussagen und Kommentaren, die ein Kopfschütteln bei mir auslösen:

„Sind Sie denn jetzt Deutsche aus Überzeugung oder hatten Sie andere Gründe um Deutsche zu werden?“
„Ach, Türkin. Ja, ich wusste sofort, dass Sie keine Deutsche sein können! Dabei sprechen Sie so gut Deutsch.“
„Türkischer Hintergrund? Aha, … und warum tragen Sie dann kein Kopftuch?“
„Wir können keinen Ausländer einstellen, da machen die Kunden nicht mit!“

Wer als Ausländer in Punkto Integration vorausgaloppiert, trifft nicht selten auf die Deutschen, die ihr Augenmerk auf die Ausländer gelegt haben, die noch hinterherhinken und mit denen sie mithinken. Wer als Ausländer sein Augenmerk auf die Deutschen legt, die undifferenzierte Kommentare wie oben genannte Beispiele abgeben, verpasst die Chance, die zu treffen, die mit einem auf gleicher Wellenlänge liegen. Die Offenheit auf beiden Seiten vollzieht sich leider nicht immer zeitlich parallel. Der Wandel auf beiden Seiten benötigt nicht nur Zeit, sondern ist ein fortwährender Prozess, den es laufend zu kultivieren gilt. Eine zeitliche Schnittmenge von integriert werden wollen und integriert werden, stellt diese ‚bewegende‘ – meine persönliche – Geschichte dar.

© Serap Yıldırım / 2019

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Beitragsbild: Amelie Ohlrogge on Unsplash

Musik / Sounds für Audio:
http://www.orangefreesounds.com/chopin-winter-wind/

http://www.orangefreesounds.com/requiem-piano-mozart/

http://www.orangefreesounds.com/carmen-habanera/

Privataufnahme: „Singen macht Spaß“ aufgenommen bei der Einbürgerungsfeier im Rathaus der Freien und Hansestadt Hamburg. Gesungen vom Kinderchor „The Young ClassX“ Unterstufenchor der Goethe-Schule-Harburg unter der Leitung von Ute Hatzel und Maximilian Gillmeister. Chormodulleitung: Peter Schuldt

http://www.orangefreesounds.com/reverie-debussy/

55 Comments

  1. gkazakou

    eine schöne Geschichte mit viel Stoff zum Nachdenken. Grad vorhin freute ich mich, Doppelstaatlerin zu sein, aber mein Sohn, ebenfalls Doppelstaatler, war sich nicht so sicher, ob das nur von Vorteil ist. Aber du bist nun nicht Doppelstaatlerin, sondern nur noch Deutsche, das ist eine schwierige Entscheidung. Und umso mehr ist die höfliche Empfangs-Zeremonie schätzenswert.
    Sag mal, habe ich was verpasst oder hast du deine Amerika-Geschichte noch nicht weitergeschrieben?

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    1. mynewperspective

      Vielen Dank, liebe Gerda. Eigentlich hatte ich angedacht, eine kleine Serie mit weitaus mehr Gedanken dazu zu verfassen, entschied mich dann letztendlich doch für die längste Kurzgeschichte, die ich bisher geschrieben habe. 🙂

      Welche Nachteile eine doppelte Staatsbürgerschaft haben könnte, weiß ich nicht. Ich hätte sie gerne gehabt. Die Möglichkeit existiert für mich jedoch nicht.
      Das es emotional keine leichte Entscheidung ist und war, gebe ich gerne zu. Vor allem, wenn man sieht, dass sich im Außen nicht viel an der Situation ändert. Mir wurde diese schwierige emotionale Entscheidung jedoch leicht gemacht und dies ist auch mein Fokus.

      Selbstverständlich kann ich nicht ignorieren, dass sich kein kompletter gesellschaftlicher Wandel vollzogen hat und ich immer noch mit den Vorurteilen und Einschränkungen konfrontiert bin, wie noch zu meiner Grundschulzeit, die nun zwei Dekaden zurückliegt. Was ich jedoch auch nicht ignorieren kann, ist der positive Wandel, der sich vollzieht, wie ich sie in der Geschichte wiedergab.

      Meine Fragen, die ich mir selbst damals nach dem Anschreiben von Olaf Scholz gestellt habe, stelle ich mir immer noch. Heute würde ich den Gedanken, der hinter diesen Fragen steckt (Werde ich trotz allem deutsche Staatsbürgerin oder nicht?) wahrscheinlich so beantworten: „Liebe ist, wenn man es trotzdem tut.“ 🙂

      Herzliche Grüße
      Serap

      PS: Es geht im geschlossenen Bereich Donnerstag weiter. Der Zeitmangel der letzten Wochen machte sich bemerkbar. Die Vorproduktion reichte nicht aus. 😉

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      1. gkazakou

        Liebe Serap, mein Sohn erwähnte den Fall eines Kollegen, der als geborener Palästinenser die libanesische und deutsche Staatsangehörigkeit hat. Ein Problem kann auftreten, wenn in rechtlichen Fragen die Unterstützung der konsularischen Vertretung eines Landes benötigt wird und die beiden beteiligten Staaten die Verantwortung zwischen sich hin und herschieben. Keines der beiden Länder fühlt sich voll verantwortlich für ihren Auch-Staatsbürger. Bei männlichen Doppelstaatlern spielt das Thema der Wehrpflicht eine Rolle, wenn sie in den beiden Ländern verschieden geregelt ist und die Gefahr der doppelten Einberufung besteht. Ferner gibt es bei Scheidungen immer Probleme mit dem Erziehungsrecht, wenn die beiden Länder diese Frage unterschiedlich regeln. Es bleibt dann immer die Frage, welche der beiden Staatsbürgerschaften im Zweifelsfall die größere Rechtskraft hat.
        Ich persönlich bin sehr froh über die Möglichkeit der Doppelstaatlichkeit, da ich meine deutsche Staatsbürgerschaft ungern aufgegeben hätte, andererseits aber gerne meine Bürgerrechte in Griechenland ausübe, wo ich schon seit 40 Jahren lebe. Später zugewanderte frauen hatten diese Möglichkkeit der automatischen Doppelstaatlichkeit für sich und die der Doppelstaatlichkeit für ihre Kinder auf Antrag nicht mehr.

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        1. mynewperspective

          Liebe Gerda,
          vielen Dank für die Ergänzung. Mir sind die aufgezählten „Contras“ nicht unbekannt, jedoch hatte ich sie gar nicht mehr auf dem Bildschirm. Wahrscheinlich auch deswegen, weil die angesprochenen Themen für mich nicht relevant waren.
          Du hast natürlich recht. Die doppelten Rechte, bringen auch doppelte Pflichten mit sich und im Zweifel ist auch keiner der Länder für irgendetwas verantwortlich, weil es viel Arbeit bedeuten mag.
          Wie bereits erwähnt, hätte ich gerne die doppelte Staatsbürgerschaft, weil es doch auch vieles erleichtern würde. Zum Glück gibt es aber auf der türkischen Seite nach der Ausbürgerung die Möglichkeit, eine „blaue Karte“ zu beantragen. Im Grunde genommen hat man damit die Rechte, wie alle anderen auch, ohne das mal wählen und gewählt werden kann. Wozu das Ganze? Im Grunde genommen wird man in der Türkei bei allen Behördengängen, Bankangelegenheiten etc. wie ein türkischer Staatsbürger behandelt. Dies ist vor allem wichtig, wenn man erbt oder gar Besitz in der Türkei hat. Somit gilt man nachträglich nicht als Ausländer, zumindest in den Angelegenheiten. Dies ist nicht nur praktisch für die Bürger, sondern auch für die Behörden etc. selbst.
          Schöne Grüße
          Serap

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  2. f e e r l u w a

    jemand mit so wenig Freude am Kontakt mit anderen Menschen einen Beruf auswählen kann der tagtäglich den Kontakt mit Menschen bedingt … ich kann deine Schilderung absolut nachempfinden und bin froh dass du auch mit anderen Exemplaren der Gattung AMTSSCHIMMEL zu tun hattest, die sich dem verschrieben haben was eigentlich selbstverständlich sein sollte … der Bürger gleich welcher Kultur ist in erster Linie Mensch und will als solcher behandelt werden ….

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    1. mynewperspective

      Auch ich habe mal im Amt gearbeitet … und das ist noch gar nicht so lange her … und ja, sie existieren noch. Auch die Mitarbeiter eines Amtes setzen sich aus Personen zusammen, die in der Gesellschaft zu finden sind. Somit spiegeln sie in der Form auch die Gesellschaft wider. Die einen mehr oder weniger schlecht, die anderen mehr oder weniger gut.

      Meine persönliche Amts-Erfahrung zeigte, dass nicht alle dort freiwillig sitzen. Sie sind dort „gelandet“, haben somit einen sicheren Arbeitgeber und es ist mittlerweile etwas vertrautes im Leben. Dies zu ändern, bedeutet vor allem auch Mut. Meine Erfahrung zeigte ebenfalls, dass viele aus einer Angst heraus, in der freien Wirtschaft nicht unterzukommen, weil sie (angeblich) nichts anderes können, auf ihren Positionen sitzen. Auch machte ich die Erfahrung, dass auf die „Kunden“ etwas reflektiert wird, was sich eigentlich in einem selbst abspielt. Der Kunde dient lediglich als Projektionsfläche und bekommt etwas ab, was gar nichts mit ihm zu tun hat. Ebenfalls machte ich die Erfahrung, dass man auch als Eigenschutz eine Barriere aufbaut, an die die Kunden dann abprallen sollen, weil auch diese nicht gerade immer die Nettesten sind und so prallt man gegenseitig aneinander ab, auch wenn meistens völlig unnötig. Lange Rede kurzer Sinn: Auch in einem Amt wird gemenschelt. 😉

      Hab‘ einen wunderschönen Tag!
      Herzliche Grüße
      Serap

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  3. Reiner

    Guten Morgen Serap,

    Deutschland, seine Bürokraten und seine Engschädel – es tut mir leid, dass du solche Erfahrungen machen musstest, gerade bei deinem ersten Anlauf. Ich wünsche mir, das alle hier Geborenen automatisch deutsche Staatsangehörige sind, wie andernorts ebenso. Bleibt wahrscheinlich ein Wunsch – bis uns die jungen Menschen endgültig ausgehen.

    Die deutsche Staatsbürgerschaft ist nicht zu unterschätzen, glaube ich, auch wenn sich an dem Verhalten mancher Mitbürger dadurch nichts ändern wird. Du stehst zum einen bei Reisen unter einem gewissen Schutz. Das wichtigste jedoch ist das Wahlrecht. DU kannst fortan mitbestimmen, wie stark diese Leute werden, die dir am liebsten die Staatsbürgerschaft wieder aberkennen würden, so sie denn an der Macht wären. Mit gestalten, und sei es nur über die Wählerstimme.

    Lieben Gruß dir.

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    1. mynewperspective

      Guten Morgen, lieber Reiner,

      vielen lieben Dank für Dein Mitgefühl. Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen. Trotz des etwas fragwürdigen Verhaltens damals, hätte ich trotzdem einen Antrag stellen können und er wäre auch genehmigt worden, da ich allen Kriterien entsprochen habe. Das Superior-Verhalten meiner Gesprächspartnerin sprang auf mich über. Ich entschied mich dagegen, was sicherlich nicht oft vorkommt. 😉 Die Pro und Contra Liste für beide Seiten kann sehr lang ausfallen, je nachdem, von welchem Blickwinkel man die Sache betrachtet. Dies tue ich ja nun so unglaublich gerne. 😊

      Und, wie Du auch schreibst, habe ich jetzt gaaanz andere Probleme und kann mich nicht damit beschäftigen, was Menschen über mich, meine Herkunft etc. im Einzelnen denken. Die Europa- und Bezirksversammlungswahl steht bevor. Meine erste Wahl in Deutschland! Ich muss jetzt erst einmal herausfinden, ob und welche politische Färbung ich besitze. Ein Luxusproblem? Ja, aber ein Problem, dass jetzt von mir gelöst werden will. 😉

      Sei herzlichst von mir gegrüßt
      Serap

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  4. Susanne Haun

    Liebe Serap,
    herzlichen Dank, dass du deine Eindrücke der Einbürgerung mit uns geteilt hast. Wie traurig war ich als Deutsche von den Erfahrungen deines ersten Einbürgerungsversuchs zu hören. Ich habe mich fremdgeschämt. Es hilft da auch nichts, dass ich in verschiedenen Lebensstufen auch als Deutsche ähnliche Erfahrungen gemacht habe. Ich denke da nur an meinen Antrag auf Wohngeld. Ich habe mich sehr gefreut, dass du letztendlich nach Jahren trotzdem eine gelungene Einbürgerung hattest.
    Ich bin traurig, dass du immernoch mit den Vorurteilen der Menschen zu kämpfen hast.
    Ich hoffe, dass sich auch das in dem Maße verbessern wird wie die Einbürgerung sich gebessert hat.
    Mir hat dein gesprochener Text sehr gut gefallen, ich konnte so beim zuhören zeichnen.
    Ich wünsche dir einen schönen Tag,
    viele Grüße nach Hamburg aus Berlin von
    Susanne

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    1. mynewperspective

      Liebe Susanne,

      vielen herzlichen Dank für Deinen aufrichtigen Kommentar.

      Fremdschämen sollte man sich gar nicht, da jede Person für das eigene Verhalten verantwortlich ist. Aber ich verstehe Deine Reaktion wirklich sehr gut. Wie ich bereits in anderen Kommentaren schrieb, spielen viele Faktoren eine Rolle, dass ich Menschen so verhalten, wie sie sich verhalten … auch bei Ämtern.

      Deine Erfahrung bei der Beantragung von Wohngeld kann ich sehr gut nachempfinden. Einer Amtsperson, die ähnlich wie in meiner Geschichte und in Deinem Fall reagierte, stellte ich mal folgende Fragen: „Sie sind sich schon bewusst, dass Sie nur deshalb eine Arbeit haben, weil es Personen, wie mich gibt, oder? Ohne Kunden würde ihr Arbeitsplatz nicht existieren oder interpretiere ich da etwas falsch?“

      Menschen sind keine Bittsteller. Weder in Ämtern, noch sonst im Leben. Wir alle haben Pflichten, ja. Aber eben auch Rechte. Dies sollte man nicht vergessen. Egal, ob es um uns selbst geht oder um andere Personen. Die Herkunft spielt dabei keine Rolle.

      Herzliche Grüße nach Berlin!
      Serap

      PS: Die Hörspiele zu den Geschichten scheinen – wie auch bei Dir – sehr gut anzukommen. Das freut mich ganz besonders. Du bist jedoch die Erste, die schrieb, dass sie dabei zeichnete. Eine sehr schöne Vorstellung. Vielen Dank!

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      1. Susanne Haun

        Liebe Serap,
        du hast Recht, es ist wichtig, den Amtspersonen klar zu machen, wer ihren Arbeitsplatz sichert. Ich werde darauf zurück kommen, denn ich regel gerade ganz viele Dinge für meinen Schwerbeschädigten Papa, der auf eigenen Wunsch in ein Seniorendomicil umgezogen ist.
        Ich habe heute ein weiteres Hörspiel von dir gehört, das über den Mond und dabei wieder gezeichnet. Im Moment ist es mein tägliches Selbstportrait in meinem Tageskalender, das dabei entsteht.
        Einen sonnigen Tag wünscht dir,
        Susanne

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        1. mynewperspective

          Liebe Susanne,
          ich fischte gerade Deinen Kommentar aus dem Spam-Ordner, wo er schon seit fast zwei Wochen wartet, um gefunden zu werden. Entschuldige daher, dass die Rückmeldung sehr spät kommt und ich hoffe, dass sich nicht noch weitere unentdeckten Kommentare irgendwo verstecken.
          Bei all den Behördengängen, die anstehen, wünsche ich Dir viel Ausdauer. Nicht immer trifft man auf Amtspersonen, die einem das Leben schwer machen, aber jeder Behördengang ist schon ein Akt für sich.
          Das Hörspiel mit dem Mond … wie schön. Eine besondere Geschichte, wie ich finde und es freut mich sehr, dass Du beim Zuhören Deiner kreativen Beschäftigung nachgehen kannst. Mir gefällt der Gedanke, dass die Kreativität sich in gewisser Weise somit gegenseitig beeinflusst. Dies ist ein schöner Fluss, der in alle Richtungen fließen kann.
          Hab‘ einen sonnigen Tag und genieße das restliche Wochenende.
          Herzliche Grüße
          Serap

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          1. Susanne Haun

            Liebe Serap,
            ich freue mich, dass du meine Kommentare gefunden hast. Ich denke, du hast alle Entdeckt 🙂
            Ich mag diesen Austausch von Inspiration auch sehr 🙂
            Viele Grüße zum Wochenbeginn von Susanne

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  5. Ulli

    Bewegt lese ich deinen Text, liebe Serap, der ja ein Teil deiner Lebensgeschichte ist! Ich schüttel den Kopf über die erste Dame und freue mich mit dir, wie es dann weiterging. Nachdenklich bleibe ich, denn „Die Offenheit auf beiden Seiten vollzieht sich leider nicht immer zeitlich parallel. “
    Liebe Grüße
    Ulli

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    1. mynewperspective

      Herzlichen Dank, liebe Ulli!
      Ja, nachdenklich ist und wird das Thema immer bleiben. Denn sämtliche Integration ist mit Veränderungswille verbunden. Dies gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Technologien etc. Der Mensch ist und bleibt eben ein Gewohnheitstier. Die einen passen sich Begebenheiten schnell an, die anderen erst später und wiederrum andere nie. Damit müssen wir alle wohl leben. 😉
      Sei ganz herzlich gegrüßt,
      Serap

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  6. TeteGina

    Die Einbürgerung – ach liebe Serap das ist ja auch schon seit langen Jahren mein Thema. Ich bin ja wie du weißt Italienerin und ich habe ein Aufenthaltsrecht in Deutschland -unbefristet. Nun ja, ich bin der Meinung, dass die Kosten nach wie vor zu hoch sind. Also bei mir sind es jetzt 360 Euro. Warum sollte ich für die deutsche Staatsbürgerschaft soviel Geld bezahlen? Ich sehe ein, dass Bearb,gebühren usw anfallen – in Ordnung. Aber mehr wie 150 Euro dürften definitiv nicht anfallen. Und ich stelle mir auch solche Fragen was änder t das schon? Für mich ausschlaggebend das Wahlrecht. Eine Stimme mehr für Deutschland. Alles andere bleibt doch so wie gehabt oder?
    Meinen staatsbürgerschaftlichen Rechten und Pflichten gehe ich doch schon so nach.
    Ich darf für Europa zwei Mal wählen, für Deutschland und Italien…an dieser Stelle gibt es noch keine klare Zuordnung im Wahlrecht. Kurios oder?

    Ich finde es aber toll, dass du deinen Frieden damit gefunden hast. LG Tete

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    1. mynewperspective

      Danke Dir ganz herzlich, liebe Tete. Die Konversation über die Staatsbürgerschaft führten wir ja bereits bei einem anderen Blogbeitrag und nicht selten hatte ich beim Schreiben dieses Beitrages Dich und Deine Gedankengänge im Hinterkopf. Wie ich in der Antwort zum Kommentar von Gerda schrieb, „Liebe ist, wenn man es trotzdem tut.“ 🙂 Für mich war es das wert, auch wenn ich nicht damit gerechnet habe, dass es beim zweiten Anlauf dermaßen positiv ablaufen wird. Das war einfach nur ein MEGABONUS 😉
      Sei ganz herzlich gegrüßt
      Serap

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  7. frauhemingistunterwegs

    Hallo Serap, im ersten Teil deiner Geschichte musste ich mich doch sehr fremdschämen und bin froh, trotzdem weitergelesen zu haben. Eine wirklich bewegende Geschichte, die das Thema Integration so menschlich und nachfühlbar beschreibt, dass ich sie gerne meinen Schülern zu Gehör bringen würde!

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    1. mynewperspective

      Hallo Andrea,

      schön, dass Du nicht auf halbem Wege aufgehört hast, denn meine Geschichten habe fast immer eine zweite Seite! Diese hier ist besonders gut. 🙂

      Selbstverständlich freut es mich sehr, wenn Dir der Beitrag derartig gefallen hat, dass Du ihn mit Deinen Schülern teilen möchtest.

      Wenn Du Zeit und Lust hast, dann lass‘ mich gerne wissen, welche Schüler bzw. mit welchem Gedanken, Du diese Geschichte mit den Schülern teilen möchtest.

      Sei ganz herzlich gegrüßt
      Serap

      PS: Hast Du die Geschichte gelesen und/oder auch vorlesen lassen? Das Hörspiel finde ich diesmal ganz besonders persönlich.

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    1. mynewperspective

      Jaaaaa, vom Ruhrkopf zum Fischkopf! 😉 Aber im Herzen immer noch ein richtiges Mädchen vom Pott!
      Danke für die Glückwünsche. Es kann ja nicht alles beim ersten Mal klappen … und eine Feier im Rathaus gab es damals glaube ich nicht. Was ich da alles verpasst hätte …
      Wir sehen, war vielleicht gar nicht so schlecht, dass man es mir damals „ausgeredet“ hat.

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        1. mynewperspective

          Absolut. Ich schrieb es bereits bei einem vorherigen Kommentar. Das Leben hatte eben etwas Besseres für mich parat. 🙂 Hätte ich es vorher gewusst, wäre ich sicherlich anders damit umgegangen. 😉
          Liebe Grüße ins Ruhrgebiet!
          Serap

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    1. mynewperspective

      Sehr gerne und Danke für das Teilhaben, lieber Jules.
      Den „fast ein bisschen Neid“ teilst Du mit einigen anderen, die es ganz offen ausgesprochen haben, so wie Du hier. 🙂
      Also, zur türkischen Staatsbürgerschaft hieß mich auch keiner willkommen. Scheint wohl nicht Sitte zu sein. Dazu besitze ich laut Geburtsurkunde (ja, noch mit mechanischer Schreibmaschine ausgefüllt) auch noch eine Religion, die mir (und auch meinen Eltern) völlig unbekannt ist: moselmanisch. Bisher traf ich keine anderen Moselmanen. Hilfreich wäre es natürlich gewesen, auf der Geburtsurkunde zu notieren, ob ich links oder rechts von der Mosel manisch bin. So bleibt es ein Mysterium. 😉
      Herzliche Grüße
      Serap

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      1. schreibenwaermt

        Wenn man nur mit einem bestandenen Einbürgerungstest deutsch sein dürfte, gäbe es wohl ein paar Millionen weniger deutsche Staatsangehörige. So ein Sprachtest wäre für Sachsen oder Bayern ziemlich hart. Und bei der Akzeptanz des Grundgesetzes hapert es auch bei einigen Landsleuten. Ich musste ja auch nie unterschreiben, dass ich es befolgen werde, obwohl ich es klasse finde. Als ich Deutscher wurde war übrigens kein Bürgermeister da. Meine Mutter und die Hebamme haben das mit der Einbürgerung übernommen. Diese ganze Staatsbürgerrecht kommt einem schon sehr antiquiert vor. Schade, dass die Menschheit noch nicht so weit ist, jedem Menschen den Aufenthalt an dem Ort seiner Wahl auf dieser Welt zu ermöglichen. Mit allen Rechten und Pflichten.

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        1. mynewperspective

          Eigentlich hatte ich darauf bereits geantwortet, aber meine Rückmeldung scheint im Nirvana gelandet zu sein. … Also dann, noch einmal:
          Der Einbürgerungstest besteht weitaus mehr, als nur Sprache. Der hat es schon in sich und wahrscheinlich würden viele ihn nicht auf Anhieb bestehen, wie den Führerscheintest, den man mal irgendwann gemacht hat. 😊
          Eine Einbürgerung ist in jedem Land etwas Besonderes, nur nicht, wenn man in dem Land selbst auf die Welt kommt und automatisch die Staatsbürgerschaft erhält. Da ist alles selbstverständlich. Toll ist, dass Hamburg mit gutem Beispiel vorangeht und weitere Städte in Deutschland dieses Modell für sich übernehmen.

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  8. pflanzwas

    Herzlichen Glückwunsch! Es freut mich, daß die Geschichte so ein positives Ende genommen hat. Was es doch für Menschen gibt (immer wieder unglaublich!!), und ja, manchmal können sie einem die ganze Freude und Begeisterung mit einem Satz nehmen! Letztenendes war es gut, daß du so lange gewartet hast, um dann auf diese netten (und diesen reizend unbeholfenen) Menschen zu treffen, die es dann wirklich zu einem schönen Erlebnis haben werden lassen. Also genau richtig 🙂 PS: manisch an der Mosel, kicher!!

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    1. mynewperspective

      Herzlichen Dank! 🙂
      Genau, so sehe ich das auch. Das Leben hat mir weitaus mehr gegönnt, als eine schnöde Einbürgerung im Amt (war glaube ich damals so – nehme ich mal an). Nein, ich sollte etwas besonderes erleben und genau so war es. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mich die Jahre zuvor nicht immer wieder Mal über die Dame damals gewundert. Naja, am Ende ist man immer klüger. 🙂
      Herzliche Grüße
      Serap
      PS: Hm, also vielleicht wäre manisch in der Mosel die Lösung!? Da wäre es egal ob links oder rechts. Du bringst mich mal wieder auf gaanz dumme Gedanken. 😉

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  9. Sella Moll

    Ein toller Beitrag! Und ja, die Zeiten ändern sich … und sie werden auch manchmal besser, als früher … Das gibt Hoffnung und Zuversicht und Beiträge wie dieser, nähren sie. Das finde ich wunderbar.

    LG Sella

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    1. mynewperspective

      Danke Dir ganz herzlich, Sella! Schön, wenn so ein persönlicher Beitrag auch ein Stück dazu beiträgt, Hoffnung und Zuversicht zu „streuen“. 🙂
      Wenn der Fokus richtig gerichtet ist, dann kann kaum etwas schiefgehen.
      Herzliche Grüße
      Serap

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  10. macalder02

    Zunächst einmal bewundere ich Ihre Geduld, die Schwierigkeiten der Verstaatlichung mit Integrität zu überwinden. Nicht jeder hat den Mut, in diese Büros zu kommen und misshandelt zu werden. Es ist eine lange Geschichte, aber sehr interessant zu lesen. Obwohl er mir beim Übersetzer geholfen hat, verstehe ich es gut. Am Ende haben Sie Ihr Ziel erreicht und sich gut gefühlt. Sie sind eine sehr mutige Frau und haben vor allem ein angeborenes Talent zum Schreiben. Es ist meine bescheidene Meinung als Leser. Nichts mehr ein gutes Wochenende

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    1. mynewperspective

      Herzlich Willkommen auf meinem Blog und vielen herzlichen Dank für die aufrichtigen Worte!
      Ja, an Geduld fehlt es mir tatsächlich nicht und ich glaube auch an die Möglichkeit der Veränderungen.
      Es freut mich sehr, dass es hier einen Leser gibt, der sich von übersetzten Texten nicht abschrecken lässt. Herzlichen Dank dafür.
      Sehr gefreut hat mich das Kompliment, was mein Schreiben anbelangt. Ich versuche auf dem Weg zu lernen und mit jeder Geschichte besser zu werden. Ein Prozess, den ich genieße und es freut mich sehr, wenn es so gut bei den Lesern ankommt.
      Schön, dass der lange Text nicht zu abschreckend war und ich dieses besondere Ereignis auch in dieser Form mit allen Interessierten teilen konnte.
      Einen schönen Sonntag wünsche ich und sende herzliche Grüße
      Serap

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