Übliche Prozedur

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Nach einem wunderschönen Aufenthalt in der europäischen Stadt der Liebe, geht es wieder zurück in heimatliche Gefilde. Während des Check-ins am Flughafen treffen meine Freundin und ich auf eine äußerst wortkarge Bodenstewardess. Zuerst checkt meine Freundin ein, legt dabei ihren Koffer aufs Band und ihren Reisepass auf die Theke und wird mit wenigen Worten abgefertigt. Dann schaut die Dame stumm in meine Richtung und auch ich lege erst mein Koffer aufs Band und danach meinen Reisepass auf die Theke. Kaum hat sie ein Blick darauf geworfen, purzeln auf einmal die Fragen:

„Was ist der Grund ihrer Reise nach Deutschland?“

„Ich fliege zurück nach Hause.“

„Sie leben in Deutschland?“

„Ja.“

„Was machen Sie in Deutschland?“

„Ich lebe dort seit meiner Geburt.“

Die Bodenstewardess blättert wild in meinem Reisepass hin und her.

„Sind Sie berechtigt in Deutschland zu leben?

„Ja.“

„Sie haben eine Aufenthaltserlaubnis?“

„Eine Aufenthaltsberechtigung, ja.“

„Zeigen Sie sie mir. Ich finde hier nichts.“

Die Bodenstewardess schiebt mir meinen Reisepass über die Theke zurück. Dieser enthält so viele Stempel, dass es sogar mir schwerfällt, meinen Aufenthaltsstatus zu finden, obwohl ich ganz genau weiß, wo ich suchen muss.

Während ich nun in meinem Reisepass hin und her blättere, ergreift meine Freundin das Wort und beginnt einen Monolog in ihrer Muttersprache mit der wortkargen Bodenstewardess. Bis ich meinen Aufenthaltsstatus im Reisepass finde, redet sich meine Freundin in rage und wird von mir gestoppt, während ich den geöffneten Reisepass wieder über die Theke reiche.

„Halt, Stopp!“ spreche ich zu meiner Freundin und schaue sie fragend an. „Was ist los mit Dir? Ganz ruhig!“

„Serap, ich sage der Dame, dass sie Dich nicht behandeln soll, wie eine Kriminelle! Ich habe ihr erzählt, dass Du in Deutschland geboren bist und dort lebst und sie soll aufhören, solche Fragen zu stellen!“

„Das ist lieb von Dir,“ versuche ich meine Freundin zu beruhigen „aber diese Dame muss mir diese Fragen stellen. Das ist übliche Prozedur.“

Meine Freundin schaut mich entsetzt an und fragt: „Das ist für Dich nor-mal?“

„Ja. Es ist die übliche Prozedur.“

Meine Freundin ist erschüttert.

„Serap! Das ist un-mensch-lich!“

„Na, das finde ich jetzt übertrieben. Unmenschlich ist etwas anderes. Das hier ist übliche Prozedur.”

“Non, Serap! Da ist nicht übertrieben. Das ist nicht normal!“

„Für mich schon, wenn ich wieder nach Deutschland einreisen will.“

„Serap, Du bist da geboren.“

„Ja, aber ich besitze nicht die Staatsbürgerschaft. Also ist es normal, dass mir diese Fragen gestellt werden, wenn ich nach Deutschland einreisen will.“

„Das ist sowieso unglaublich, dass Du nicht automatisch Deutsche bist. Du bist da geboren. Du solltest Dir solche Fragen nicht anhören müssen!“

„Mag sein, aber in Deutschland besteht nun mal kein Geburtsortprinzip, dass mir eine gratis Staatsbürgerschaft einbringt. Ich bin Ausländerin, also werden mir solche Fragen gestellt, wenn ich nach Deutschland einreisen will.“

„Serap, ich bin auch Ausländerin. Die Dame hat mir keine einzige Frage gestellt. Ich darf einfach einreisen!“

„Ja, weil Du EU-Bürgerin bist. Ich nicht.“

„Bin ich Elite-Ausländer oder was?“ echauffiert sich meine Freundin.

„Eine mit den Privilegien, nicht derartige Fragen beantworten zu müssen, wenn sie nach Deutschland einreisen möchte.“

„Serap, ich versteh nicht, wie Du so ruhig bleiben kannst. Das ist erniedrigend!“

„Das ist in anderen Ländern auch nicht wesentlich anders, wenn man einreisen möchte. Du solltest dem nicht soviel Bedeutung zumessen. Glaub mir, die Dame macht nur ihre Arbeit.“

Meine Freundin schweigt für einen Moment. Mittlerweile liegt mein Reisepass wieder auf der Theke. Ich schnappe ihn mir und verlasse langsam mit meiner Freundin den Check-in Bereich.  

„Ich wusste nicht, dass das so ist, Serap. Du erzählst manchmal Geschichten, aber ich gebe zu, dass ich gedacht habe, Du übertreibst“ gesteht meine Freundin.

„Wer von uns beiden übertreibt den hier?“ schmunzle ich zurück.

Keine Ahnung, was meine Freundin mehr erschüttert. Die Tatsache, dass mir derartige Fragen gestellt werden, damit ich in ein Land einreisen kann, indem ich geboren bin oder dass ich es „normal“ finde, dass ich überhaupt einer derartigen Prozedur immer wieder unterzogen werde.

Ein Ausländer ist nicht gleich Ausländer. Nicht nur im Auge des Gesetzes gibt es signifikante Unterschiede, sondern auch jeder einzelne Mensch kategorisiert für sich selbst. Während man sich über die einen mokiert, dass sie es auch nach über 40 Jahren nicht schaffen, aktenzfreies Deutsch zu sprechen, wünscht man sich bei den anderen, dass gewisse sprachliche Akzente nie verlorengehen, weil sie in einem selbst die sinnlichen Emotionen beflügeln. Die einen stehen uns aus irgendwelchen Gründen immer näher als die anderen. Die zugesprochenen Privilegien der einen unterscheiden sich von den teils emotional teuer bezahlten Privilegien der anderen. Nur weil wir denken, dass wir dazugehören oder mit offenen Armen empfangen, bedeutet es nicht, dass wir tatsächlich wissen, wie es um andere steht.

Um die Gefühle, Empfindungen und Gedanken anderer Menschen be- oder gar verurteilen zu können, müssen wir exakt in den Schuhen der entsprechenden Personen stecken. Etwas was unmöglich ist. Möglich ist es jedoch, sich immer wieder selbst zu fragen, ob man überhaupt ein Urteil über andere Menschen jeglichen Couleurs bilden kann, wenn man nur die halbe Wahrheit kennt. Schließlich besitzen Medaillen zwei Seiten, die unterschiedlicher nicht sein können. Wer die Bereitschaft besitzt, sich auf die andere Seite zu begeben und diese mit unbefangenen Augen zu erforschen, kommt dem Ganzen schon näher.

© Serap Yıldırım / 2019

Beitragsbild: Nicole Harrington on Unsplash   Sounds / Musik für Audio: https://www.zapsplat.com/music/airport-lax-terminal-7-baggage-reclaim-hall-ambience-people-walla-2/ https://www.zapsplat.com/music/airport-tannoy-announcement-male-english-gate-announcement-for-hamburg-flight-large-reverb-internal-ambient/ https://www.zapsplat.com/music/airport-lax-terminal-5-check-in-ambience-binaural-recording-2/ https://www.zapsplat.com/music/airport-tannoy-announcement-male-english-says-last-call-for-any-passengers-for-flight-large-reverb-internal-ambient-1/ https://www.zapsplat.com/music/classical-piano-music-taylor-howard-and-if-a-if-a-boat/

37 Comments

      1. finbarsgift

        Ich bin ja als junger Mensch mal in die USA ausgewandert (vielleicht kennst du ja die Geschichte durch Lesen im fin, liebe Serap), da musste ich bei der Einreise meinen Pass vorzeigen und wurde Stunden am Flughafen in New York aufgehalten, weil diverse Vermerke drin waren, die bezeugten, dass ich schon mehrfach ein kommunistisches Land (die damalige DDR) besucht hatte …
        die Grenz-Amis hätten mich schier wieder in die BRD zurückgeschickt …
        Liebe Grüße vom Lu

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        1. mynewperspective

          Selbstverständlich kenne ich Deine USA Geschichten, lieber Lu. 🙂
          Geschichten bei der Ein- und sogar (!) Ausreise aus den USA kann ich auch viele erzählen. Daher kann ich das Ganze sehr gut nachempfinden. Mit den Stempeln aus der ehemaligen DDR hatte ich auch schon so das ein oder andere Problem bei meinen Reisen. Es ist eben immer ein Abendteuer, wenn man in der Weltgeschichte unterwegs ist. 🙂
          Liebe Grüße
          Serap

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          1. mynewperspective

            Übrigens: In den USA finde ich es immer so toll, dass ich „Zusatz“kontrollen bekomme. 🙂 Am tollsten fand ich Iris-Scan! Da kam ich mir vor wie in einer Folge von CSI. Habe mir auch alles haarklein von dem Security Officer erklären lassen. Der war ganz erstaunt, dass ich mich so interessiert zeige und erklärte mir dann auch ganz verständnisvoll alles. 😉

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      1. miesvandenbergh

        Danke Serap für Deine Antwort 😊 Das habe ich überlesen, und dazu kommt noch die Unwissenheit in solchen Fragen, da ich mich damit noch niemals beschäftigt habe. Also müsstest Du Dich tatsächlich aktiv für eine deutsche Staatsbürgerschaft entscheiden und diese beantragen, wenn Du es wolltest? Ich habe nur hin und wieder über die Möglichkeiten der doppelten Staatsbürgerschaft gelesen, kann mir aber dazu kein Urteil erlauben, wäre aber nicht uninteressant darüber nachzudenken.
        Grundsätzlich aber stelle ich (rein vom Gerechtigkeitsempfinden, was ja oftmals sehr subjektiv ist😊)die Frage, ob nicht das Geburtsland eine Staatsbürgerschaft zur Folge haben sollte.
        Ganz nebenbei fände ich die Vereinigten Staaten von Europa schon cool! Um dann die Welt zu erweitern. Davon sind wir aber wohl noch weit weg.
        Liebe Grüße
        Olaf

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        1. mynewperspective

          Gerne lieber Olaf. Und ja, um die deutsche Staatsbürgerschaft muss man sich aktiv kümmern. Eine doppelte Staatsbürgerschaft gibt es nicht in jedem Fall. Aber das Staatsbürgerschaftsrecht ist recht komplex, um es hier in einem Kommentarbereich in Gänze wiederzugeben. Die Vereinigten Staaten von Europa klingt gut, aber auch das wird alles seine Vor- und Nachteile haben. Wichtiger finde ich, dass die Welt sich generell zum Positiven verändert, ob nun als Gemeinschaft oder getrennt im Sinne der Gemeinschaft. Hauptsache die Entwicklungen sind positiv. 🙂
          Liebe Grüße
          Serap

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  1. gkazakou

    Liebe Serap, du hast völlig recht, die Grenzkontrolle als normale Routine anzusehen, sofern sich die Beamtin korrekt verhält. Und deine Freundin ist im Irrtum. Es ist nicht erniedrigend, seine Berechtigung vorzeigen zu müssen. Ich kenne viele viele andere Grenzübertritte, wo es wirklich unangehm zuging, besonders natürlich im innerdeutschen Grenzverkehr zu Zeiten, als die DDR noch „SBZ“ (Sowjetisch besetzte Zone) genannt wurde, aber auch später bei Wiedereinreise in die BRD. Ich bin Deutsche und in Deutschland (spätere BRD) geboren. In der Zeit der RAF-Fahndungen aber wurde ich jedes Mal aus der Schlange ausgesondert und extra überprüft, weil ich von Alter, Nachnamen, Aussehen, Wohnorten und politischen Engagements ins Raster passte. Und mein Sohn, EU-Bürger mit doppelter deutsch-griechischer Staatsangehörigkeit konnte letztes Mal nicht von Athen nach Deutschland zurückfliegen, weil er seinen Personalausweis verloren hatte (sein Führerschein oder meine Zeugenschaft wurden nicht akzeptiert). So ist das eben.Es gibt Staaten, es gibt Grenzen, man muss sich ausweisen. Angenehm ist es nie. Wohl dem, der es kann.

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    1. mynewperspective

      Danke für das Teilen Deiner Geschichten, liebe Gerda. Wenn man derartige Erfahrungen wie Du und dein Sohn bereits gemacht haben (und Du hast Recht, meine ist noch eine relativ harmlose), dann weiß man ganz genau, dass es einfach „übliche Prozedur“ ist. Der „Irrtum“ besteht meines Erachtens im Vergleich. Ein Vergleich zwischen unterschiedlichen Ausländertypen, von emotionaler und rationaler Betrachtungsweise, von den eigenen Rechten und Pflichten, ….
      Verstehen kann ich die Freundin und alle anderen, die bisher mit mir verreist sind und ähnlich reagiert haben aber schon. Angenehm sind diese Situationen nicht immer, wie Du treffenderweise schreibst. Man muss drüberstehen können. Wenn man dies aber gar nicht gewohnt ist, dann kann es schockierend sein, wie in diesem Fall für meine Freundin.

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  2. Heidrun Regina

    Dein Hör“spiel“ ist beeindruckend, liebe Serap. Dafür hast Du großes Talent! Und dann auch noch mit einer eigenen höchst interessanten Geschichte…
    Unglaublich, dass so etwas üblich ist.
    Danke für´s Erzählen!

    Herzliche Grüße
    von Heidrun

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  3. TeteGina

    Liebe Serap, ich bin Italienerin, bin in Deutschland geboren und habe eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung. Was mich aergert ist in der Tat, dass wir nicht automatisch dafurch die doppelte Staatsbürgerschaft bekommen. Weil ich fuehle mich genau so, halb halb. Aber das kann keiner verstehen, der es nicht selbst kennt. Die deutsche Staatsbürgerschaft kostet 380 Euro zur Zeit. Ich darf sie beantragen. Noch nicht einmal in Berlin konnten sie mir beantworten warum das so viel kostet. Einen Pass bzw. dieser bürokratische Akt kann nicht mehr als 200 Euro kosten oder? Ich habe sogar schon mal den Spruch gehört, ob es mir nicht so viel wert waere. Halloo? Ich kann eine Nationalität nicht mit Geld bewerten sondern mit dem Gefühl der Verbundenheit fuer dieses Land. Und ich finde deine Reaktionen am Flughafen sehr diplomatisch. Gut gemacht. Tete

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    1. mynewperspective

      Liebe Tete,
      vielen lieben Dank für das Teilen Deiner persönlichen Erfahrungen.
      Die, die derartige Erfahrungen machen, besitzen eine Schnittmenge, wo es ganz verständlich ist, was Du beschreibst. Wer es nicht kennt, sich zwei Nationalitäten zugehörig zu fühlen und/oder aus anderen Gründen meint, eine andere Person müsste sich doch entscheiden, wird immer ein schwieriger Gesprächspartner sein. Was man nicht kennt, ist schwierig zu erfassen. Was mich betrifft, habe ich in Deutschland alle Aufenthaltstitel durchlaufen (bis zur Niederlassungserlaubnis) bis ich mich entschieden habe, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen (darüber werde ich auch mal eine Geschichte schreiben). Was die Kosten zur Einbürgerung anbelangt lagen die früher bis zu 2000 Euro (was den Gesamtprozess der Aus- und Einbürgerung betrifft). Mittlerweile hat sich sowohl auf der deutschen, wie auch in meinem Fall auf der türkischen Seite, doch einiges geändert. Eine doppelte Staatsbürgerschaft, wie es manchen möglich ist, wäre meines Erachtens für die persönliche Identifikation tatsächlich ein Schritt, der politisch grundlegend überdacht werden sollte. Meine persönliche Erfahrung zeigt jedoch, dass es überhaupt keinen Unterschied macht, wie die Menschen auf einen reagieren. Nur auf Reisen, bzw. im rechtlichen Sinne gibt es sicherlich Vorzüge. Der Kommentar von Gerda zeigt jedoch, dass auch mit oder ohne die „richtigen“ Dokumente, Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen bei Grenzübergängen aus der Masse herausgepickt werden.
      Es ist eine schwierige Thematik und ich gehe es, wie Du schreibst, eher diplomatisch an und sehe darin nicht einen persönlichen Angriff und betrachte es eher von der humoristischen Seite, so wie ich es auch versucht habe, in meiner Geschichte wiederzugeben.
      Herzlichen Dank fürs Lesen/Zuhören und für Deinen wertvollen Kommentar.
      Viele liebe Grüße
      Serap

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      1. TeteGina

        DAnke für deine erklärenden Worte Serap. Die doppelte Staatsbürgerschaft zeigt nur auf Papier, dass mein Herz zwei Ländern gehört. In meinem Kopf ist das schon lange so :-). MIch ärget das immer, das Vater STaat uns ständig Geld aus der Tasche ziehen will und ohne Erklärung. Also 2000 Euro dann sind 380 Euro keine hohe Summe. Aber mir geht es hierbei ums Prinzip. Wenn sie mir das plausibel erklären können bin ich damit einverstanden aber das passiert eben nicht. Aber du hast recht, aus unterschiedlichen Gründen werden Menschen kontrolliert. Ich bleibe in so einer SItuation auch eher gelassen. Ich habe nichts zu verbergen von daher – nur zu ;-)…herzlichst Tete

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        1. mynewperspective

          Liebe Tete,
          es würde mich wundern, wenn Dir jemand erklären kann, wie die 380 Euro zustande kommen. Schließlich werden die nicht von den Mitarbeitern dieser Ämter festgelegt, sondern von den Stellen, die diese Summe aufgrund des Aufwands für die Prozesse definieren.
          Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass der Prozess der Einbürgerung (hier in Hamburg) ein sehr umfangreicher, beratungsintensiver und umfassender ist. So setzen sich sicherlich dann auch die Preise zusammen.
          Herzliche Grüße
          Serap

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          1. TeteGina

            Liebe Serap, lassen wir das mal so stehen – aber so ganz überzeugt bin ich nicht ;-)….du bist eine sehr gute Vermittlerin, habe ich das Gefühl. In der Tat würdest du dich als Diplomatin gut machen. Liebe Grüße Tete

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          2. mynewperspective

            Liebe Tete,
            überzeugt muss Du auch gar nicht sein. *Schmunzel*
            Jeder Mensch hat seine eigene Perspektiven basierend auf seinen eigenen Erfahrungen. 🙂 Diese versuche ich auch auf meinem Blog manigfaltig wiederzugeben.
            Danke für die sehr feine Beobachtung. Eine Vermittlerin / Diplomatin bin ich sicherlich nach all den Erfahrungen und das Eintauchen in so unterschiedliche Sichtweisen.
            ABER: Auch ich bin nicht immer von allem ganz überzeugt! *Lach* Weil ich schlichtweg, keine Lust habe, alles und jeden zu verstehen. Dann sind nun mal alle doof, die ganze Welt … nur ich selbstverständlich nicht. 😉 … Muss schließlich auch mal sein.
            Viele liebe Grüße
            Serap

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  4. Major Tom

    Danke für diese schöne und auch teilweise lustige Geschichte. 🙂
    An deiner Stelle würde ich auch nichts anders als „übliche Prozedur “ denken, glaube ich, da ich auch schon ähnliche Erfahrungen hatte. Zwar denkt man, dass man wie ein zweiter Klasse Mensch ist, aber ich finde es völlig in Ordnung, weil ich daran gewöhnt habe. Dann überlegt man, was eigenlich zweite Klasse für einen Mensch sei? Ich habe es aber nicht ganz verstanden wie Olaf, warum du keine deutsche Bürgerschaft hattest, obwohl du schon hier geboren bist.
    Ich hoffe, diese Sachen wären einfacher für dich. Zumindest in Europa, weil es in den USA sowieso wie eine Katastrophe klingt. 😊
    Liebe Grüße
    Yusuf

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    1. mynewperspective

      Danke Dir ganz herzlich, lieber Yusuf. Freue mich sehr, wenn ich auch den Humor in die Geschichte bringen konnte, wenn auch die Thematik eine ernste ist.
      Zu der Zeit meiner Geburt herrschte in Deutschland das Abstammungsprinzip. Das bedeutet, dass man automatisch die Staatsbürgerschaft der Eltern bekommen hat. Seit 2000, wie auch Hummelweb kommentiert hat, können unter Umständen auch andere Regelungen gelten.
      Das mit dem Menschen „zweiter Klasse“ ist sicherlich auch etwas, dass meine Freundin im Vergleich damals gefühlt hat. Wie Du es auch sehr treffend schreibst, finde ich es schwierig. Vielleicht liegt es eben an uns selbst, ob wir genau so fühlen und deshalb die Prozedur auch so empfinden (wie meine Freundin). Wenn ich mich selbst nicht als Person zweiter Klasse fühle, dann kann es wirklich egal sein, was andere denken. 🙂
      Jaaa, in den USA ist es noch eine Nummer besonders. Das ist eine Welt für sich.
      Danke Dir herzlich fürs vorbeischauen.
      Liebe Grüße
      Serap

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  5. PPawlo

    Auch als „deutsche Staatsbürgerin“ habe ich Grenzkontrollen über mich ergehen lassen müssen, die ich als schlichtweg demütigend ansah, erfuhr aber, dass es da um reine Routine geht. Mitreisende sagten mir dann, dass, falls du die „falsche“ Reihennummer bekommen hast, auch an vielen Körperstellen nach Sprengstoff gesucht wird, wie es bei mir vorgekommen ist. Es gibt aber wie überall freundliche, sehr nette „Routiniers“ und andere, die ihre Rolle und vielleicht auch „Macht“ ausnutzen, glaube ich. Es gibt so viele verschiedene Gründe, auf die man vielleicht gar nicht kommt. Ob man Ausländer ist oder nicht kann mal eine Rolle spielen, kann aber auch ganz anders sein, denke ich mal. LG Petra

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    1. mynewperspective

      Danke für das Teilen Deiner Grenzkontrollen Erfahrungen, liebe Petra. Wer verreist, wird schon so einiges an merkwürdigen Prozeduren erlebt haben. Es kommt immer darauf an, welchen Typ Menschen man dann als Gegenüber trifft. Da gebe ich Dir vollkommen Recht.

      Die einen erwischen Mal eine „falsche Nummer“ und bekommen eine gratis Sonderbehandlung, wieder anderen ziehen immer die falsche Nummer und nennen es „übliche Prozedur“. In diesen (für mich) üblichen Prozeduren, gibt es viele, die ich ganz herzlich finde: z.B. musste ich mal bei der Einreise nach Argentinien (schon knapp 20 Jahre her), auf der Weltkarte zeigen, wo die Türkei liegt. Die Dame holte dann noch weitere Kollegen heran und alle schauten dann abwechselnd auf die Weltkarte und danach mich an. Dann musste herausgefunden werden, ob ich überhaupt einreiseberechtigt bin, was ewig gedauert hat. Meine deutschen Freunde, mit denen ich damals verreist bin, sind aus allen Wolken gefallen, weil sie es nicht fassen konnten. Ich fand es ganz putzig, dass die Damen und Herren dort zum ersten Mal das Land Türkei bewusst auf der Weltkarte wahrnehmen und ein lebendes Beispiel vor sich stehen haben.

      Das ist eben die Frage, die jede Person für sich selbst beantworten muss. Sind diese Prozeduren „üblich“ oder „demütigend“, liegt die Wahrheit in der Schnittmenge oder in den verschiedenen Gründen, die man nicht kennt, wie Du so passend geschrieben hast.

      Wie schön, dass viele interessante Kommentare und Sichtweisen zu dieser Geschichte gekommen sind. Danke nochmals für Deine, denn sie ist genauso wertvoll für das Gesamtbild, wie alle anderen auch. Dies zeigt mir, wie unterschiedlich unsere Reaktionen ausfallen können und wo es sich immer wieder lohnt hinzuschauen.

      Viele liebe Grüße
      Serap

      Gefällt 2 Personen

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